Interview mit Roswitha Stark zum Thema Rituale

Roswitha Stark

Roswitha Stark

„Ehren wir Mutter Erde, gesunden wir Menschen und heilen die Natur!“

In ihrem Ratgeber „Rituale im Jahreskreis“ stellt Roswitha Stark die essenziellen Stationen aus dem keltischen und germanischen Jahreskreis vor und gibt dem Leser wertvolle Werkzeuge an die Hand, um kosmische Informationen mit der Energie von Mutter Erde zu verbinden und so zum Gemeinwohl und zur Heilung all dessen, was ist, beizutragen: „Unsere Vorfahren wussten um die Bedeutung von Ritualen, um die Kraft achtsamer Handlungen und um die Wirkung von bestimmten Silben und Worten. In solchen Augenblicken fühlen sich die Menschen miteinander verbunden und generieren eine heilsame Energie, die sie eins werden lässt mit der Natur. Dadurch gesundet diese und lässt im Gegenzug uns an Körper, Seele und Geist heil werden.“

In vielen Kulturen wird der Kreislauf des Jahres als Symbol für das Leben gefeiert. Welche Stationen und Feste werden dabei traditionell unterschieden?

Stark: Unterschiedliche Kulturen haben auch unterschiedliche Feste, die meist zu Ehren Gottes oder auch mehrerer Götter und Göttinnen gefeiert wurden und werden. In unseren Breitengraden stellt man fest, dass die traditionellen Riten und Feste sehr stark an den Jahreszeiten orientiert sind, was dagegen zum Beispiel bei den Regenwaldvölkern, wo das Klima im Jahresverlauf kaum schwankt, nicht so entscheidend ist. Hierzulande orientieren sich die Menschen entweder am kirchlich-christlichen Rhythmus mit Festen wie Ostern, Pfingsten, Maria Himmelfahrt usw. oder an den Traditionen unserer keltischen und germanischen Vorfahren, die vor allem in spirituellen Kreisen sehr beliebt sind, weil sie so naturverbunden sind. Hier heißt dann zum Beispiel Lichtmess Imbolc und Allerseelen Samhain. Schon diese alten Namen tragen das Flair und die Kraft der Mutter Erde in sich. Ich habe mich für mein Buch an den acht essenziellen Stationen im Rhythmus des Jahres orientiert, die unsere Vorfahren als Huldigung für die Erde und gleichzeitig als Stärkung für Körper, Seele und Geist gefeiert haben.

Welche Rituale werden zu diesen Anlässen vollzogen und welche Bedeutung haben diese für Mensch und Natur?

Stark: Wenn man die Rituale der Kirche und der schamanischen Tradition objektiv vergleicht, wird man feststellen, dass sich diese gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. In der Kirche räuchert man Weihrauch, der auch in alternativen Kreisen sehr beliebt ist, um Schutz und Segen herzustellen. In beiden Traditionen wird schön dekoriert und der Raum, an dem die Zeremonie stattfindet, achtsam betreten. Besondere Worte werden vorgetragen, die schon dadurch an Kraft gewinnen, dass man sie so sorgsam und bewusst ausspricht und mit Körpergesten oder kultischen Handlungen verbindet. Die Menschen fühlen sich in solchen Augenblicken stärker miteinander verbunden, keiner ist mehr alleine, und aus der Gruppe generiert sich eine große Kraft, die Veränderungen vollziehen kann. Welche Veränderungen das sind, hängt natürlich von der Intention ab. Ich persönlich habe das Ziel, der Natur zu helfen, gesünder zu werden, damit wir Menschen, die wir ja selbst Teil der Natur sind, ebenfalls an Körper, Seele und Geist gesunden können, denn getrennt von der Natur wird das nicht gelingen. Wir brauchen wieder einen Naturrhythmus, müssen wieder im Einklang mit ihr leben.

In der heutigen Zeit scheint der schnelle Wandel das einzig Sichere zu sein. Welche Funktion können dabei die Rituale im Jahreskreis übernehmen?

Stark: Rituale bieten uns zunächst einmal einfach eine Auszeit, ob das nun am Sonntag der Gang in die Kirche ist oder der Ausflug zum Kraftplatz, an dem ein Schamane einen Steinkreis aufgebaut hat. Wir nehmen uns aus dem Alltag heraus und treffen Gleichgesinnte, die so wie wir vorhaben, etwas zum Gemeinwohl beizutragen. Die Stationen im Jahreskreis sind eine gute Gelegenheit, sich selbst zu stärken und Mutter Erde etwas zurückzugeben, die uns ja alle nährt mit ihren wunderbaren Schätzen. Oft sind wir so in unseren Alltagsgedanken und Arbeitssorgen gefangen, dass uns die Dankbarkeit für die Schätze dieses Universums abhanden gekommen ist: die Freude an einem Apfel, der Nahrung und Liebe gleichzeitig ist, oder das Staunen über den Mond und die Sterne am Himmel. So wie das Herz, unser innerstes Körper- und Seelenzentrum, uns im Rhythmus mit uns selbst hält, so bringen uns regelmäßig vollzogene Rituale in den Einklang mit dem Leben selbst. Wenn man sich darauf einlässt, spürt man einfach, welch unglaubliche Kraft solchen Gelegenheiten entspringt.

Rituale im Jahreskreis

Rituale im Jahreskreis

In Ihrem Buch vereinigen Sie die traditionellen Rituale im Jahreskalender mit modernen Methoden der Informationsmedizin und des Quantenbewusstseins. Was muss man sich darunter vorstellen und wie wird dies praktisch umgesetzt?

Stark: Ich habe sehr gerne die acht essenziellen Stationen aus dem keltischen und germanischen Jahreskreis übernommen, auch um unsere Vorfahren zu ehren, die uns dieses Potenzial, das wir hier leben, schließlich mitgegeben haben. Aus modernen ganzheitlichen Methoden wie dem Familienstellen wissen wir, wie stark wir von den Ahnen und deren Glaubensmustern geprägt und beeinflusst werden. Aber diese Stationen sind für mich eigentlich eher archetypische Stellvertreter für die Gesetze des Lebens und dessen Wandlungsphasen, zu denen die Geburt und das Aufwachsen genauso gehören wie das greise Alter, das Sterben und der Tod. In allen Dingen der Natur zeigen sich diese Gesetze, denen wir uns niemals entziehen können, so gerne wir dies zum Teil wohl täten. Die moderne Physik hat sich damit auseinandergesetzt, wie das Bewusstsein, vor allem unsere Gedanken und Gefühle, die nichts anderes als Frequenzen und Schwingungen sind, unsere Realitäten, unser „Schicksal“ beeinflussen. Die Alten wussten dies auch, auch wenn wir das jetzt nicht mehr wissen! Sie wussten um die Kraft der Achtsamkeit in den Handlungen und um die Wirkung von bestimmten Silben und Worten, die sie ja nicht ohne Grund zu magischen Zwecken einsetzten.

Heute ist uns klar, dass Wasser, auch das Zellwasser, Gedanken, Worte und Handlungen als Information abspeichert und physiologische Abläufe im Körper beeinflussen kann – positiv wie negativ. Wir wählen die Handlungen, Worte und Werkzeuge im Ritual so aus, dass harmonisch schwingende Information erzeugt wird, die allen Beteiligten in dieser schönen Welt zugutekommt. Meine „Werkzeuge“, die ich hier zur Verfügung stelle, sind kraftvolle Geometrien, die ich für jedes Fest individuell entwickelt habe. Damit wird praktisch die kosmische Information des Himmels als Vater heruntergeladen und mit der Energie der Mutter Erde verbunden; das tut uns und unserem Körper gut, und zwar lang und spürbar über das Ritual hinaus!

An welche Leser wenden Sie sich mit Ihrer Botschaft? Muss man gewisse Voraussetzungen oder ein bestimmtes Wissen für die Durchführung der Rituale mitbringen?

Stark: Ich wende mich an alle Leser, die bereit sind, aus dem hektischen Alltag herauszutreten und etwas zum Gemeinwohl und zur Heilung unseres einmaligen Planeten beizutragen – da gibt es ja genügend zu tun. Jedes Fest und jedes Ritual sind für mich Bewusstseinsarbeit auf höchster Ebene, deshalb sind in meinen Augen Respekt, Achtsamkeit und Liebe zur Erde und zum Universum die nötigen Voraussetzungen; egoistische Motive müssen zurücktreten, damit Heilung zum Wohle aller Geschöpfe geschehen kann. Ich biete zahlreiche Meditationen und geistige Reisen im Buch an, die auch alleine vollzogen werden oder während des Rituals achtsam gelesen werden können. Das ist nicht schwierig, und es ist auch nicht notwendig, dass man „ritualerfahren“ ist. Ich habe gerne ganz normale, geerdete Menschen dabei, die nicht in fernen Sphären umherschweben, denn das nützt weder der Heilung der Erde noch uns selbst. Ein offenes Herz und die Bereitschaft zu fühlen, was kommt, ist genug. Dabei helfen wiederum die angebotenen Geometrien sehr gut, indem man zum Beispiel die Hände darauf legt oder einfach an sie denkt.

Wie kann ich persönlich von der stabilisierenden Kraft der Rituale profitieren?

Stark: Ein kosmisches Gesetz lautet: wie innen so außen, wie oben so unten. Das bedeutet, dass wir mit allem verbunden sind, was existiert, und sich jede Handlung, ja sogar jeder Gedanke einfach auf alles auswirkt. Deshalb ist es auch so, dass jede Tat der Liebe – und das symbolisieren die Rituale in diesem Buch – sich direkt auf die Liebeskraft in uns auswirkt. Und die Liebe erzeugt letztendlich Gesundheit! Daneben gibt es jedoch auch ein geniales spezifisches Hilfsmittel für jeden persönlich, und das ist die sogenannte Erdkörperkraft, die zu jedem Fest gestaltet wurde (danke an meine Geisterchen, dass sie mir das eingeflüstert haben). Sie enthält ausgewählte gesundheitsfördernde Strichcodes und Informationen, die vom Körper und von der Seelenebene aufgenommen werden. Und weil die Menschen so gerne spielen, gibt es als wertvolle Puzzleteile zu jeder Station noch zusätzlich individuelle Botschaften, was für den Einzelnen jetzt ganz besonders wichtig ist und im Leben integriert werden sollte. So lassen uns die Rituale persönlich an Leib und Seele wieder ganz werden und bringen uns in Einklang mit der Natur.

Buchtipp:
Roswitha Stark: Rituale im Jahreskreis, Heilung für Körper, Geist und Seele und Erde im Rhythmus der Natur, Mankau Verlag, 1. Aufl. Oktober 2014, Hardcover, vierfarbig, 223 Seiten, 17,95 Euro (auch als Hörbuch)

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

One Response to Interview mit Roswitha Stark zum Thema Rituale

  1. Heidi Zinnel says:

    Ein schöner und achtsam geschriebener Artikel, so wie andere auch. Kompliment, das gefällt mir.

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