Interview mit der Ernährungsexpertin Dr. Barbara Rias-Bucher über Winter-Smoothies

Barbara Rias-Bucher

Barbara Rias-Bucher

„Gemüse und Obst sorgen für eine gesunde Balance in der kalten Jahreszeit“

Dr. Barbara Rias-Bucher, Ernährungsexpertin und Autorin u. a. des Kompaktratgebers „Winter-Smoothies. Gesunder Genuss für die kalte Jahreszeit“, spricht im Interview über die Zubereitung von Smoothies im Winter und in der Weihnachtszeit: „Winter-Smoothies aus Gemüse, Kräutern und Obst sorgen zum einen dafür, dass wir unsere Vitamin- und Mineralstoffspeicher wieder auffüllen. Zum anderen regulieren sie den Säure-Basen-Haushalt und vertreiben die klamme Kälte, ohne dass es zu unangenehmen Hitzewallungen kommt.“

In Ihrem zweiten Kompakt-Ratgeber widmen Sie sich den Smoothies für die kalte Jahreszeit. Was ist hier besonders wichtig für die Gesundheit?

Dr. Rias-Bucher: Dass wir fit und fröhlich über den Winter kommen und nicht von Frühjahrsmüdigkeit geplagt werden. Es geht um die gesunde Balance, die unserem Organismus genügend Vitalstoffe schenkt. Es geht auch um die regelmäßige Versorgung mit Frischem, die im Winter oft zu kurz kommt. Und schließlich um die gesunde Zufuhr an Flüssigkeit, die wir immer, in beheizten Räumen aber ganz besonders, brauchen. Sie sehen: Winter-Smoothies mit Gemüse und Obst tun einfach gut!

Eigentlich denkt man bei den süßen Mixgetränken eher an Sommer oder kühle Erfrischung. Werden die Winter-Smoothies womöglich warm serviert? Welche Zutaten passen eigentlich am besten?

Dr. Rias-Bucher: Zu Ihrer ersten Frage: Warm servieren geht selbstverständlich bei vielen Smoothies, ist aber kein Muss. Winter-Smoothies mixt man einfach so, dass sie den Organismus wärmen, indem sie physiologische Prozesse beschleunigen. Und damit bin ich schon bei Ihrer zweiten Frage: Nüsse, Mandeln und die typischen Weihnachtsgewürze Zimt, Nelken, Anis und Muskat oder auch Scharfes wie Chili oder Ingwer gehören zu diesen wärmenden Zutaten. Kombiniert man sie mit saftigem Obst oder Gemüse, stellt sich ein Gleichgewicht ein, das wir als angenehm empfinden: Ein guter Winter-Smoothie vertreibt die klamme Kälte, ohne dass es zu unangenehmen Hitzewallungen kommt.

Vegane Ernährung liegt gerade voll im Trend. Worauf muss man achten, wenn man vegane Smoothies zubereiten will?

Dr. Rias-Bucher: Dass Sie keine tierischen Lebensmittel verwenden, Ihren Smoothie also nur mit Gemüse, Obst, Kräutern und Nüssen, doch weder mit Milchprodukten oder Honig mixen. Stattdessen nehmen Sie Soja- oder Kokosmilch beziehungsweise Rohrzucker oder Sirup. Schwierig ist das nicht, denn die meisten Smoothies schmecken mit der natürlichen Süße von Obst ohnehin am besten. Deshalb finden Sie nur in wenigen Rezepten ein zusätzliches Süßmittel. Und als Flüssigkeit eignen sich Fruchtsaft oder klares Wasser ganz ausgezeichnet – auf Milch und Co. können Sie also ganz leicht verzichten.

Gerade die Weihnachtszeit lockt mit vielen süßen und deftigen Delikatessen. Wie lassen sich die Smoothies mit Plätzchenteller und Festtagsbraten kombinieren?

Dr. Rias-Bucher: Genau wie eine Tasse Tee zum Bunten Teller oder ein Glas Wein zum guten Braten. Mit dem passenden Smoothie als Begleiter haben Sie sogar noch ein Plus: Süßes und Fettreiches wird durch Obst und Kräuter im Smoothie bekömmlicher. Darin enthaltene Fruchtsäuren und ätherische Öle lassen die Verdauungssäfte fließen, was unserem Wohlbefinden bei Üppigem wie Adventstee und Festmenü durchaus zugute kommt. Bei den Rezepten habe ich vermerkt, was gut zusammen geht.

Mittlerweile gibt es im Handel richtige „Smoothie-Maker“ für die Zubereitung flüssiger und cremiger Smoothies aus Obst oder Gemüse. Braucht man so etwas oder genügt ein einfacher Mixer?

Dr. Rias-Bucher: Wenn Sie schon einen Mixer haben, brauchen Sie keinen eigenen Smoothie-Maker. Falls Sie eine Neuanschaffung planen, ist ein Smoothie-Maker oder auch ein kleiner Standmixer sehr preisgünstig. Ein größeres Gerät ist praktisch, wenn Sie mehr als zwei Smoothie-Portionen auf einmal zubereiten wollen. Was Sie nicht tun sollten: Smoothies auf Vorrat mixen. Denn das Wichtigste, nämlich Frische und Vitaminreichtum, geht beim Aufbewahren – auch im Kühlschrank – zum großen Teil verloren. Mixen Sie daher lieber öfter kleinere Mengen.

Winter-Smoothies

Winter-Smoothies

Warum fühlt man sich nach dem Winter so ausgepowert und erschöpft, kurz „frühjahrsmüde“? Können hier Smoothies Abhilfe leisten?

Dr. Rias-Bucher: Frühjahrsmüdigkeit beruht teilweise auf Vitaminmangel, teilweise auf einem Zuviel an Stoffen, die der Organismus in den lichtarmen Monaten angesammelt hat und die ihn nun belasten. Smoothies aus Gemüse, (Wild)Kräutern und Obst sorgen erstens dafür, dass wir unsere Vitamin- und Mineralstoffspeicher wieder auffüllen. Zweitens regulieren sie den Säure-Basen-Haushalt: Im Winter enthält unsere Ernährung meist viel Fleisch, Fisch und Käse. An Weihnachten schwelgen wir geradezu in Süßem. All das macht unseren Organismus „sauer“. Obst, Gemüse und Kräuter dagegen sind basisch. Smoothies können also wieder ein gesundes Gleichgewicht herstellen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bekanntlich, täglich mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst zu essen. Welche Idee steckt dahinter und wie schafft man das zum Beispiel im Büro oder unterwegs?

Dr. Rias-Bucher: Die Empfehlung beruht auf Studien, wonach diese Obst- und Gemüsemenge das Risiko für verschiedene Erkrankungen senken kann. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe in Gemüse und Obst spielen zum Beispiel bei der Prävention von Herz- und Kreislaufleiden, Darmerkrankungen und Übergewicht eine wesentliche Rolle. Jeder Smoothie liefert Ihnen mindestens eine Portion Gesundes. Und mit einem kleinen Handmixer kann man eigentlich überall, wo es eine Steckdose gibt, rasch einen Smoothie mixen.

Wenn es draußen kalt und nass wird, stellen sich auch recht schnell die typischen Erkältungssymptome ein. Mit welchen Smoothie-Rezepten kann hier wirksam vorgebeugt werden?

Dr. Rias-Bucher: Mein Hausmittel bei beginnender Erkältung ist zuerst der „Anti-Schnupfen-Smoothie“ auf Seite 24: Birnen und Honig darin spenden Feuchtigkeit gegen rauen Hals und trockenen Husten. Zitronensaft liefert Vitamin C fürs Immunsystem. Den „Rettich-Apfel-Smoothie“ auf Seite 32 sollten Sie danach trinken, denn die scharfen Senföle im Rettich gelten als natürliches Antibiotikum, weil sie Bakterien und Viren am Wachstum hindern. Zur Vorbeugung brauchen Sie nur regelmäßig Obst und Gemüse. Deshalb schwöre ich aufs Smoothie-Trinken – und zwar den ganzen Winter über.

Buchtipp: Rias-Bucher, Barbara: Winter-Smoothies. Kompakt-Ratgeber, Gesunder Genuss in der kalten Jahreszeit – Mit den besten Weihnachts-Smoothies-, 1. Aufl. 2014, ISBN 978-3-86374-181-5, Klappenbroschur, durchgehend farbig, 127 S., 7,99 €

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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