Interview mit Charlotte Christiane Oeste über ganzheitliches Abnehmen

Charlotte Christiane Oeste

Charlotte Christiane Oeste

Alternatives Abspeckprogramm

Die Heilpraktikerin Charlotte Christiane Oeste leitet seit 15 Jahren „Mental-Diät-Gruppen“, aus denen mit der Zeit „Loslass-Gruppen“ geworden sind. Ihr alternatives Abspeckprogramm bekämpft die Pfunde nicht mit Diäten, Ernährung und Bewegung, sondern mit „Releasing“, einer vor über 40 Jahren von einem amerikanischen Ärzteehepaar entwickelten Loslass-Technik, die auf der Ebene des Unterbewusstseins arbeitet und negativ abgespeicherte Lebensprogrammierungen auflösen soll. Sie hat in Ihrer therapeutischen Praxis die Erfahrung gemacht, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden und der Weg zurück zur körperlichen Leichtigkeit nur über die Leichtigkeit der Seele zu erreichen ist.

In Deinem Buch „Das alternative Abspeckbuch – Lass es einfach hinter Dir“ beschreibst du, dass du dich während deiner Kindheit als dick und korpulent empfunden hast. War das der Anlass, dich ein Leben lang mit dem Thema „Abnehmen“ zu beschäftigen?

Ja, ich habe mich fast mein Leben lang dick gefühlt, obwohl ich es nach meinem 11. Lebensjahr gar nicht mehr war. Tatsächlich war ich damals bis auf 45 Kilogramm abgemagert, nachdem unser damaliger Hausarzt mit mir als 10jähriger eine Radikal-Diät inklusive chemischer Appetitzügler durchgezogen hatte. Dadurch wurde ich dann schwer krank, bekam viel Cortison und nahm natürlich wieder zu… So fing dann mein „Abnehm-Fimmel“ eigentlich an. Ich habe damals wirklich so ziemlich alle Diäten ausprobiert, die mir unter die Finger kamen, hielt mein Gewicht auch lange – aber nur mit Mühe und Not und kämpfte seither gegen meinen schlimmsten Feind, den Jojo-Effekt.

Mit anderen Worten: Mein Leben war davon total überschattet, und meine Selbstwahrnehmung gleich Null. Das alles hat mich aber auch immer weiter suchen lassen, und heute bin ich sehr dankbar dafür, weil mir die Releasingarbeit immer noch Tag für Tag hilft (und die Loslass-Programme aus meinem Buch, mit dem ich auch selbst regelmäßig arbeite), eine bislang für unmöglich gehaltene Lebensqualität zu erfahren. Dafür bin ich unendlich dankbar, das wiegt alles andere auf.

Adipositas (krankhafte Fettsucht) ist inzwischen ein ernstzunehmendes Problem in den westlichen Industrieländern geworden. Gibt es einen Ausweg aus der Wohlstandsfalle?

Aus meiner Sicht wird das Thema von der völlig falschen Seite angegangen: Ein Mensch, der immer weiter zunimmt, weil er vielleicht pausenlos Leistungen erbringen muss oder sich – und so war es in meinem Fall – für Fehler und Versäumnisse bestraft und/oder eine sehr schlechte Meinung von sich hat (Trost-Esser) – kann nicht abnehmen, weil weder sein Körper, noch seine Seele aus diesem Hamsterrad der eigenen Zwänge aussteigen können. Und mit dem (freien) Geist ist es dann auch nicht mehr weit her. Das Leben ist dann anstrengend, schwer, düster, eng und hoffnungslos, und das Essen der einzige Trost… Wie soll dabei eine Diät helfen, die zusätzlichen Stress, noch mehr Härte und eine so gnadenlose Disziplin erfordert, dass kein Mensch das auf Dauer leisten kann. Also ist schon vorprogrammiert, dass sich der Schalter wieder umlegt und der Jojo-Dämon jubiliert. Kein Mensch kann für immer und ewig alles kontrollieren und auf alles verzichten, was eigentlich zu einem guten Leben dazugehört – wie lustvolles Essen.

So gesehen brauchte es einen Perspektivenwechsel, damit die „Wohlstandsfalle“ mit ihren Auswüchsen – und darunter fällt meines Erachtens auch der Wahn vom Designerkörper – nicht mehr hinter uns zuschnappt – hinter unserem Rücken, also ohne, dass uns die eigentlichen Ursachen dafür interessieren. Das ist ein Problem, für das es keine Lösung von der Stange gibt. Mein Buch will deshalb aufklären und auch mit konkreten Loslass- und Mentalprogrammen genau da ansetzen, wo bisher kaum jemand den eigentlichen Schlüssel für die gute Lösung gesucht hat.

Was sind deiner Meinung nach die wahren, die versteckten, die tieferen Ursachen für Übergewicht?

Aus meiner Sicht – und ich bin auch Releasingtherapeutin und Aufstellerin – gibt es verschiedene (innere) Ebenen, die mit einbezogen werden müssen, wenn man die Schwere hinter dem Übergewicht des Körpers an der Wurzel packen und damit ein eingeübtes oder geprägtes Verhalten verändern will. In der Releasingarbeit beschreiten wir den Weg, dass wir die negativen Selbstbilder, Glaubenssätze und Erfahrungen, aus denen dann im Laufe der Zeit begrenzende oder auch zwanghafte Verhaltensweisen entstanden sind, nach dem Resonanzprinzip in Bewegung setzen, die damit verbundene – und meist verdrängte – Emotion erlösen und damit ein Stück Freiheit zurückerobern, die dann mit konstruktiven und positiv unterstützenden neuen Entscheidungen zu dem oben erwähnten Perspektivenwechsel beitragen kann.

In der Praxis bedeutet dies, ich lasse alles los, was meinen freien Selbstausdruck begrenzt und erobere mein Leben wieder zurück, je weniger ich von – meist unbewussten – Programmierungen und Konditionierungen manipuliert und gesteuert werde. Und da gibt es eine Riesenpalette von tieferen Ursachen. In meinem Buch spreche ich eine Vielzahl davon an, und die Loslassprogramme zeigen ziemlich schnell ihre Wirkung und machen mir zudem bewusst, wie wenig ich als „Moppel-Ich“ in Wirklichkeit von mir halte… Es wird Zeit, damit aufzuräumen, sich – auch in punkto Jojo-Dämon – immer nur im Kreise zu drehen.

Du hast mit deinen „Mental-Diät-Gruppen“ großen Erfolg. Deine Teilnehmer nehmen ab und halten dauerhaft ihr ideales Wohlfühlgewicht. Wie schaffst du das?

In den Gruppen bearbeiten wir die mit dem Buch schon in Bewegung gesetzten Themen auf einer noch tieferen Ebene, als es ein Buch für den allgemeinen Gebrauch leisten kann. Hier kommen oft Prozesse in Bewegung, die uralte Traumatisierungen ans Licht bringen und die dann professionell aufgefangen und mit den entsprechenden Methoden bearbeitet werden müssen. Manchmal stelle ich dann auch auf; meist aber verwende ich die Releasing-Methode, die meiner Erfahrung nach so flexibel ist, dass sie auch in der Therapie immer neue Zugänge (des Loslassens) erschließt. Sie ermöglicht uns Therapeuten eine weitaus stärkere Tiefenwirkung zu erzielen als bei einer „normalen“ Hypnose, ist doch Hypnose in erster Linie eine Löschung und/ oder Überschreibung alter Programme und eine willkürliche Neuprogrammierung, der sich der Klient im Zustand der für die Hypnose erzeugten Gehirnfrequenz nicht entziehen kann.

Bei Releasing ist das anders: Hier reicht eine körperliche Tiefenentspannung, um neben dem Wachbewusstsein auch das Unterbewusstsein mit ins Boot zu holen. Und an Letzterem orientiere ich mich in der Begleitung und mache Vorschläge, was mein Klient alles loslassen kann… Dabei entscheiden die Resonanzen, also die Sätze, die der Klient als „Volltreffer“ empfindet, und natürlich die Erfahrung und Sensibilität des Begleiters/Behandlers, wo und wie etwas in Bewegung kommt. Das aus meiner Sicht Außergewöhnliche dabei ist allerdings: Die Entscheidung bleibt beim Klienten und dessen Unterbewusstsein. Ich kann als Therapeut/Begleiter nichts neu programmieren; ich schaffe nur Platz, entrümpele den Keller sozusagen, und das Selbst des Klienten trifft dann neue, positive und in der Regel alles zum Guten wendende Entscheidungen. Damit geht es mir auch deshalb besser als mit der Hypnose (ich bin auch darin ausgebildet), weil ich durch die langjährige Releasingarbeit sehr viel darüber gelernt habe, wo Manipulation beginnt und welche Folgen sie hat. Das kommt für eine/n ReleasingtherapeutIn nicht infrage.

Und ja, es ist möglich, sein Wohlfühlgewicht zu halten und sich dauerhaft leichter und besser zu fühlen. Aber es ist ein Weg. Schnellschüsse gibt es nicht. Die Arbeit mit meinem Buch sorgt vor allem dafür, dass die Leser/Abspeckwilligen dranbleiben und niemals wieder so in Frust und Resignation versinken, dass der Jojo-Dämon erneut die Macht ergreifen und uns alles wieder kaputtmachen kann. Selbst ich erliege jeden Tag der beständigen Freude am Loslassen, die mithilfe meines Buches mit einer Wohlfühlfigur belohnt wird.

Lass es einfach hinter dir

Lass es einfach hinter dir

Sehr beeindruckend fand ich die Ansammlung von rund 500 negativen Glaubenssätzen in deinem Buch, die 24 verschiedenen Themen zugeordnet sind. Die Themen wiederum lassen sich in die vier Bereiche Körper, Gefühle, Geist und Seele einteilen. Warum ist es so wichtig, dass man sich bei der Bearbeitung seiner Themen an die richtige Reihenfolge der Bereiche hält?

Das ist eine gute Frage. Diese Reihenfolge ist mir – so wie eigentlich auch die Idee zu meinem Buch – regelrecht „zugeflogen“. Und natürlich spiegelt sich darin auch die Erfahrung, die ich mit den Abspeck-Gruppen und auch zahllosen Einzelsitzungen zu diesem Thema gesammelt habe. Als Kinesiologin bediene ich mich schon fast von Anfang an des kinesiologischen Muskeltests. Das heißt, dass die Reaktion der Muskulatur meines Klienten mir genaue Rückschlüsse darauf ermöglicht, wie ich eine wirksame Therapie zusammenstellen kann. Auch diese Möglichkeit der Rückkoppelung an eine im Unterbewusstsein jedes Menschen schlummernde Kraft hat mir dabei geholfen, Reihenfolge und Themenschwerpunkte auszuwählen und entsprechend anzuordnen.

Heute weiß ich, dass das (Abspeck-)Buch wirklich ein rotierendes System darstellt. Meist teste ich bei meinen Klienten aus, in welcher Woche und mit welchem Tagesprogramm sie einsteigen, damit die Themen zur richtigen Zeit am richtigen Ort, also zielgenau, das eigene Leben begleiten. Das hat sich aber erst herausgestellt, als das Buch schon auf dem Markt war und immer mehr Menschen damit effektiv arbeiten wollten. Deshalb haben wir dann die Kronauer Akademie gegründet, um eine größere Öffentlichkeit, sowohl therapeutisch interessierte Laien wie auch Therapeuten aller Fachrichtungen, zu erreichen. Hier geht es um ein neues Konzept mit größtmöglicher Flexibilität, einem einzigartigen Prinzip, das sichwirklich wie ein Wunder vor mir aufgetan hat, als ich anfing, das Buch zu konzipieren.

Seit 2013 bietest du eine Kurz-Ausbildung zum „Releasing-Mentaldiät-Trainer“ an. Was verbirgt sich dahinter?

Da mein Buch aus einem Baukastensystem besteht, dem ich so viele therapeutische Handwerkszeuge der unterschiedlichen therapeutischen und psychologischen Fachrichtungen beigefügt habe, stellte sich sehr schnell – auch über die ersten Testleser – heraus, dass viele sich eine Ausbildung genau in diesen speziellen Bereichen wünschten und/oder selbst lernen wollten, wie sich eine individuelle Beratung zum effektiven Einsatz meines alternativen Konzeptes in den eigenen Praxen gestalten könnte. Dieser Nachfrage kann die Kronauer Akademie nun auch – neben ihrem Ausbildungsschwerpunkt, der/m Releasing-GesundheitspraktikerIn Kronauer Akademie ® – begegnen.

Wir bieten dafür eine sehr kompakte und gleichzeitig praxisorientierte Kurz-Ausbildung (an 3 Wochenenden) zur/m Releasing-Mentaldiät-TrainerIn Kronauer Akademie ® an und sind sehr stolz darauf, dass sich dieses einzigartige Konzept dadurch auch unter Therapeuten und interessierten Laien verbreitet. Noch ist es allerdings ein Geheimtipp und eröffnet damit in der therapeutischen „Szene“ eine Lücke, die eine erfolgreiche Selbständigkeit fast schon garantiert. Wir, die Kronauer Akademie, haben damit gute Erfahrungen gemacht und sind bislang außer Konkurrenz mit einem „Cocktail an Möglichkeiten“ und der Releasing-Methode als Sahnehäubchen.

Buchtipp:
Charlotte Christiane Oeste: Das alternative Abspeckbuch – Lass es einfach hinter Dir! Was sich hinter den überflüssigen Pfunden in Wirklichkeit verstecken will
Sheema Medien Verlag, 2. Auflage 2013, vierfarbig, Hardcover, 256 Seiten, 19,80 €

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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