Interview mit der Bachblüten-Expertin Anna Elisabeth Röcker

Anna Elisabeth Röcker

Anna Elisabeth Röcker

Heile dich selbst mit der Kraft der Natur

“Heile Dich selbst“, so lautet der Titel eines Büchleins, das Dr. Edward Bach 1931 herausgegeben und „allen leidenden Menschen“ gewidmet hat. Darin zeigt er auf, dass er die wahren Ursachen von Krankheit und Leid in unseren negativen und belastenden Gedanken und Gefühlen sieht. Krank wird der Mensch – so die Überzeugung Bachs –, wenn er sich von sich selbst entfernt und gegen sein eigenes inneres Gesetz lebt. Die von ihm entdeckten Blütenessenzen sollen den Menschen wieder auf den Weg zurück zu seinem inneren Zentrum führen und ihn so seinen ureigensten Platz in dieser Welt finden lassen. Die Heilpraktikerin Anna Elisabeth Röcker bezieht die Bachblüten-Therapie seit Anbeginn in ihre Arbeit ein.

Die Einsicht Dr. Edward Bachs, dass der Entstehung von körperlichen Krankheiten in den meisten Fällen seelisch-emotionale Belastungen vorausgehen, ist aktueller denn je. Wie ist er zu dieser Erkenntnis gelangt?

Röcker: Diese Erkenntnis kam aus seiner persönlichen Erfahrung, vor allem aus seiner Tätigkeit als Arzt sowohl in eigener Praxis als auch in einem Londoner Krankenhaus. Er verfügte auch über eine sehr gute Kenntnis der alten ganzheitlichen Heilverfahren.

Nach und nach entdeckte Dr. Bach die uns heute bekannten 38 Bachblüten. Ist diese Entdeckung eigentlich abgeschlossen oder gibt es mittlerweile noch weitere heilsame Blütenessenzen?

Röcker: Es gibt inzwischen andere Blütenessenzen (z.B. australische Blüten), die auf den Erkenntnissen der Menschen basieren, die diese Blüten entdeckt haben. Edward Bach hinterließ mit seinen 38 Blüten ein abgeschlossenes Werk.

Es heißt, dass die Bachblüten über besondere Schwingungen verfügen und diese an den Menschen weitergeben. Wie hat man sich die Wirkungsweise der einzelnen Blüten dabei vorzustellen?

 Röcker: Denken Sie an einen Spaziergang im Wald oder an einen Sommernachmittag im Garten. Sie müssen gar nichts wissen über Schwingungen, um sagen zu können, dass sich hier Ihr Wohlbefinden spürbar verbessert. Wir Menschen leben in einer direkten Verbindung zur Natur und spüren ihre Kräfte. Edward Bach hat diese Kräfte von Pflanzen, vor allem in den Blüten, als feine Schwingungen differenzierter wahrgenommen als die meisten Menschen. Dabei hat er die ganz spezielle Wirkung einer Blüte gespürt und einfach gewusst, in welchem Gemütszustand dem Menschen beispielsweise die Olive oder die Kastanie besonders guttut. Diese Kräfte hat er in Form seiner Blütenessenzen für uns nutzbar gemacht.

Die Auswahl der richtigen Blüte richtet sich nach dem jeweiligen Gemütszustand bzw. dem entsprechenden Krankheitsbild. Kann man dieses selbst bestimmen oder braucht man dafür Experten?

 Röcker: Meine Empfehlung ist immer, sich selbst mit den Bachblüten zu beschäftigen, zumal Edward Bachs wichtigstes Buch ja den Titel trug: „Heile dich selbst“. Wenn es allerdings um tiefer sitzende Probleme geht, um Krankheiten, die sich bereits seelisch oder körperlich manifestiert haben, ist das Gespräch mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten nicht nur hilfreich, sondern manchmal unbedingt notwendig, um die richtigen Blüten zu finden.

Heilen mit Bachblüten

Heilen mit Bachblüten

Birgt die Anwendung der Bachblüten auch gesundheitliche Risiken? Was passiert, wenn man die „falsche“ Blüte oder Dosierung wählt?

 Röcker: Gesundheitliche Risiken sind bisher nicht bekannt. Ich stelle allerdings manchmal in meiner Praxis fest, dass – ähnlich wie bei der Homöopathie – ein Gemütszustand zunächst verstärkt erscheint oder sich in einer differenzierten Form zeigt, die dann zur dahinterliegenden Blüte führt. Grundsätzlich kann man sagen, dass man keine „falsche“ Blüte wählen kann.

 

Bei welchen Beschwerden und in welchen Lebenssituationen hat sich die Bachblütentherapie besonders bewährt?

Röcker: Am einfachsten ist es, wenn man die Blütenessenzen bei vorübergehenden seelischen Gemütszuständen einsetzt, zum Beispiel bei Angst vor einer Prüfung, bei Erschöpfung nach einer Krankheit oder nach einer besonderen beruflichen Anforderung. In diesen Fällen kann man meist eine schnelle Veränderung wahrnehmen. Besonders bewährt haben sich die Notfalltropfen. Hier bekomme ich sehr, sehr viele Rückmeldungen von Menschen, die mir berichten, wie hilfreich diese Blütenmischung für sie war (vor einer Operation, im Schock, bei einer negativen Nachricht usw.). Mehr Geduld braucht man, wenn es sich um körperliche Erkrankungen handelt, bei der die Blüten meist begleitend eingesetzt werden.

Worauf sollte man achten, wenn man sich mit Bachblüten beschäftigt und sich zum Beispiel eine persönliche Hausapotheke zusammenstellen will?

Röcker: Man sollte sich etwas Zeit nehmen und alle Beschreibungen genau durchlesen. Auf einer Liste sollte man die Blüten vermerken, die man spontan als zu einem passend herausgefunden hat. Diese Blüten kann man dann nochmal eingrenzen, etwa auf drei Blüten, die fast in jeder Lebenssituation zu einem passen. Wenn man beispielsweise erkennt, dass man sich grundsätzlich schwertut mit Abgrenzung, dann wird die entsprechende Blüte „Centaury“ zu einer Art Grundblüte. Das heißt, wenn man das Gefühl hat, eine Erkältung zu bekommen, ist sie die Blüte der Wahl – es geht ja auch hier um Abgrenzung gegenüber eindringenden Erregern.

Bachblüten lassen sich ja nicht nur vorbeugend, sondern auch begleitend bei anderen Therapien einsetzen. Welche sind dies und woran zeigt sich der medizinische Erfolg?

Röcker: Der Erfolg zeigt sich oft in einem anderen Umgang mit der Krankheit, in mehr Gelassenheit, Vertrauen und Durchhaltevermögen. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte gestärkt und der Heilungsprozess wird beschleunigt. Nach Operationen hat sich der Einsatz von Bachblüten ebenfalls in diesem Sinne bewährt. Kleinere körperliche Beschwerden können manchmal mit der Hilfe von Bachblüten behoben werden. Ich denke hier an nervöse Magenbeschwerden oder Schlafstörungen.

Buch-Tipp:

Anna Elisabeth Röcker: Heilen mit Bachblüten. Alle Bachblüten von A bis Z – Auswahl, Dosierung und Wirkung – Blütengruppen und Krankheitsbilder. 1. Aufl. März 2014. Klappenbroschur, 10,5 x 16 cm, 95 Seiten, 7,95 €

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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