Interview mit Ernährungsexpertin Dr. Barbara Rias-Bucher

Barbara Rias-Bucher

Barbara Rias-Bucher

Smoothies – der gesunde Kick für Körper, Geist und Seele

„Smoothies liegen voll im Trend: Sie bedienen unsere Vorliebe für schnellen, unkomplizierten Genuss, erfreuen unser Auge mit ihren frischen, bunten Farben, sind dabei aber ganz natürlich, entschlacken und entgiften unseren Körper und liefern ihm alles, was er fürs Wohlbefinden braucht – Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sowie wertvolle Bioaktivstoffe. So fühlen wir uns leicht, fit und fröhlich und sind kreativ im Denken, Fühlen und Handeln.“ Die bekannte Kochbuchautorin Dr. Barbara Rias-Bucher hat für ihren neuen Kompakt-Ratgeber 51 Rezepte kreiert und nach verschiedenen Bedürfnissen zusammengestellt – Smoothies als Froh-, Munter-, Satt- oder Schlankmacher.

Wie kommt es, dass die „Smoothies“ genannten „Ganzfruchtgetränke“ derzeit so beliebt und im Trend sind?

Rias-Bucher: Das hat verschiedene Gründe: Erstens bedienen Smoothies unsere Vorliebe für den schnellen Genuss. Zweitens gelten sie zu Recht als gesunde kleine Mahlzeit, die man jederzeit problemlos zu sich nehmen kann. Drittens sind vor allem jüngere Menschen an Drinks in jeder Form gewohnt; das ist ein Trend, der durch den Freizeitsport entstanden ist. Smoothies sind – viertens – ganz natürliche Getränke und damit weitaus besser als all die Drinks aus Flaschen und Dosen, die für den scheinbar ständigen Durst und die merkwürdige Sucht nach Energiezufuhr angeboten werden.

Woraus kann man sich eigentlich einen guten Smoothie mixen? Welches Obst oder Gemüse eignet sich am besten dafür?

Rias-Bucher: Alles, was Ihnen schmeckt. Manche mögen ihren Smoothie lieber cremig und süß mit Joghurt und Banane, andere lieben leichte, erfrischende Drinks mit Gemüse, Kräutern und Mineralwasser. Und so ein herzhafter Smoothie passt ja auch wunderbar als Aperitif: Denken Sie an Tomate mit Gurke, Chili und Möhre.

Was sollte man bei der Zubereitung von Smoothies beachten? Müssen die Zutaten besonders behandelt werden, bevor sie in den Mixer geworfen werden?

Rias-Bucher: Nein, Sie müssen nur entfernen, was auch der Mixer nicht klein kriegt, wie Kirschkerne, Pfirsichsteine und so weiter. Oder was nicht schmeckt: Avocadoschale zum Beispiel. Ein bisschen Schale von einer Bio-Orange dagegen gibt ein tolles Aroma. Wenn Sie das Kerngehäuse von Apfel oder Birne mit verwenden oder kleine Clementinen statt großer Orangen nehmen, hat Ihr Smoothies noch ein paar mehr gesunde Ballaststoffe. Allerdings ist er dann nicht so „smooth“, weil er noch Häutchen der Zitrusfrucht und Kernchen vom Apfel enthält.

Smoothies gelten ja als gut bekömmliche und leicht verdauliche Frische- und Kraftpakete. Was macht sie so gesund?

Rias-Bucher: Dass alles noch drin ist, was die Hauptzutaten Obst, Gemüse, Kräuter enthalten. Da wird nichts extrahiert, grundlegend verändert oder unnötig entfernt. Durch das Pürieren stören Schalenanteile und Kerne nicht. Und gerade bei Obst und Gemüse sitzt das Wertvolle ja direkt unter der Schale: Ballaststoffe und Mineralstoffe. Außerdem scheinen Studien zu zeigen, dass viele Menschen den pürierten Smoothie besser vertragen als den ausgepressten Saft; auch ich selbst habe diese Erfahrung gemacht. Außerdem kommt man mit ein bis zwei Smoothies als Snack ganz leicht auf die täglich empfohlene Menge vom Obst und Gemüse. Konkret in Zahlen: 1 kleine Banane, 1 kleiner Apfel, 1 Clementine und etwa 150 ml Flüssigkeit ergeben rund 300 ml Smoothie, die man schneller verputzt als einen Müsliriegel. Man ist aber genauso satt, hat kaum Zucker, dafür jedoch viele gesunde Inhaltsstoffe zu sich genommen. Außerdem hat man mit einem einzigen Glas schon drei der fünf Portionen Obst und Gemüse getrunken.

Smoothies für Körper, Geist und Seele

Smoothies für Körper, Geist und Seele

Es heißt ja bekanntlich, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnt. Wie tragen Smoothies zu einer ausgewogenen Ernährung bei und pflegen dabei auch das seelische Wohlbefinden?

Rias-Bucher: Vorwiegend über Bioaktivstoffe in den pflanzlichen Zutaten. Man weiß inzwischen, dass körperliches und seelisches Wohlbefinden entscheidend vom Darm, unserem zentralen Immunsystem, beeinflusst werden. Wenn Sie den guten Darmbakterien ihr Futter geben, und zwar in Form von Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen – eben den Bioaktivstoffen –, dann funktioniert auch das Verdauungssystem. Wir fühlen uns leicht, fit und fröhlich, sind kreativ im Denken, Fühlen und Handeln.

Es gibt Schlankmacher, Entgifter und Muntermacher unter den Smoothies. Welche Kombinationen von Zutaten erfüllen hier welchen Zweck?

Rias-Bucher: Schlankmacher sind natürlich die leichten Smoothies mit Gemüse und eventuell fettarmen Milchprodukten. Auch säurebetontes Obst gehört in einen solchen Smoothie, denn Fruchtsäuren scheinen die Fettverbrennung zu fördern. Enzyme aus Papaya haben eine ähnliche Wirkung, während Pektine in Äpfeln oder Johannisbeeren gewissermaßen die Fettpartikel in der Nahrung so innig umschließen, dass man einen Teil des Fettes ungenutzt ausscheidet. Für die Entgiftung sorgen Obst und Gemüse, weil sie als basische Lebensmittel einer Übersäuerung des Organismus entgegensteuern. Zudem sorgen sie für Nachschub an Vitaminen und Mineralstoffen, die wir bei der Stoffwechselreinigung selbstverständlich genauso ausscheiden wie so genannte Schlacken. Muntermacher sind vor allem eiweißreiche Smoothies, denn unser Gehirn hat einen hohen Proteinbedarf, den wir ständig bedienen sollten. Munter machen auch die bunten Farben der Obst- und Gemüse-Smoothies: Erstens, weil wir Menschen Farben genauso lieben wie viele Insekten, und zweitens, weil sich hinter den Farbstoffen in Pflanzen wichtige Substanzen verbergen, die wir für einen gesunden Stoffwechsel brauchen.

Welche Smoothies bevorzugen Sie selbst im Alltag – haben Sie eine ganz persönliche Empfehlung für uns?

Rias-Bucher: Das hängt von der Jahreszeit ab. Im Sommer mixe ich meine Smoothies aus allem, was in meinem Garten wächst: Kirschen, Felsenbirnen, Tomaten, Kräuter, Gurken, Erdbeeren und vieles mehr. Im Winter nehme ich so viel wie möglich aus dem Vorrat: Äpfel und Möhren, aber auch tief gefrorenes oder eingekochtes Obst. Für die Vitamin-C-Versorgung ergänze ich mit Orangen und Kiwis. Und dann mag ich noch Bananen und Avocados sehr gern!

Barbara Rias-Bucher: Smoothies für Körper, Geist und Seele – Feine Drinks aus dem Mixer – Genuss von schlank bis nahrhaft – 51 Rezepte, dazu Tipps und Tricks
Mankau Verlag, 1. Aufl. Januar 2014, Klappenbroschur, 10,5 x 16,5 cm. durchgehend farbig, 95 S.,
7,95 €

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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