Interview mit der Therapeutin und Buchautorin Anna E. Röcker und der Fotografin Raffaella Sirtoli

Anna E. Röcker (l.) und Raffaella Sirtoli

Anna E. Röcker (l.) und Raffaella Sirtoli

„Bachblüten können viel bewegen“

„Dr. Edward Bach war der Meinung, jede Krankheit beruhe auf einem seelischen Ungleichgewicht. Bachblüten wirken bei negativen Seelenzuständen als positiver Gegenpol und können so Missklänge zwischen Körper, Seele und Gemüt harmonisieren.“ Mit außergewöhnlichen, ausdrucksstarken Blütenporträts, sorgfältigen Blüten-Beschreibungen und -Botschaften sowie praktischen Tipps und Anwendungsempfehlungen bietet das Kartenset „Heilen mit Bachblüten“ zahlreiche Möglichkeiten für die wirkungsvolle Selbstbehandlung mit den heilenden Pflanzen. Wie die Bachblüten wirken, wie man sie anwendet und wie es zur Entstehung des Kartensets kam, erzählen Anna E. Röcker und Raffaella Sirtoli im Gespräch.

Jede Krankheit beruht auf einem seelischen Ungleichgewicht, so die Überzeugung von Dr. Edward Bach, dem Begründer der Bachblüten-Therapie. Wie können hier die 38 Blütenessenzen helfen?

Anna E. Röcker: Zunächst möchte ich Dr. Edward Bach selbst hier sprechen lassen: „Diese Pflanzen kommen dem Menschen in jenen Stunden der Vergessenheit zur Hilfe, in denen er seinen göttlichen Ursprung aus den Augen verliert und dunkle Wolken der Furcht und des Schmerzes seinen Blick trüben.“ An einer anderen Stelle sagt er, dass die Pflanzen wie Engelwesen sind, die uns in Zeiten der Not hilfreich ihre Hand geben. Die 38 Blütenessenzen beschreiben die verschiedenen Zustände menschlicher Angst und Not, menschlicher Probleme, die dazu führen, dass wir Menschen unsere innere Harmonie verlieren. Darin liegt die Ursache für Krankheit und Leid.

Wie ist die Bachblüten-Therapie entstanden? Worauf begründete der britische Arzt sein Heilverfahren?

Röcker: Edward Bach wurde 1886 in England geboren, studierte an der Universität Birmingham und legte schließlich in London sein medizinisches Examen ab. Er arbeitete unter anderem als Unfallchirurg in einer Londoner Klinik, bevor er eine eigene Praxis und ein eigenes Labor eröffnete. Es ist mir wichtig, von den bis heute anerkannten Forschungsarbeiten zu sprechen und den großen Verdiensten, die Edward Bach sich auf dem Gebiet der Immunologie und Bakteriologie erworben hatte.

Nachdem er eine lebensbedrohliche Erkrankung überwunden hatte, traf er 1930 im Alter von 44 Jahren die Entscheidung, sein bisheriges Leben aufzugeben, um sich nur noch der Suche nach pflanzlichen Heilmitteln zu widmen. Durch seine Tätigkeit am Homöopathischen Krankenhaus in London war er mit Homöopathie in Kontakt gekommen und hat sich intensiv mit ihr auseinandergesetzt. Diese Arbeit hat in ihm die Überzeugung gestärkt, dass er einen eigenen Weg gehen müsse, bei dem es vor allem darum ging, die Persönlichkeitsmerkmale und typischen Stimmungszustände zu behandeln und nicht die Krankheit selbst. Mit seinem Büchlein „Heile dich selbst“ wollte er Menschen helfen, die Störungen in der inneren Balance frühzeitig zu erkennen und selbst zu behandeln und so zum Beispiel den Ausbruch einer Krankheit zu verhindern. Denn organische Erkrankung war für ihn lediglich ein „Missklang zwischen Seele und Gemüt“. In den Pflanzen und Bäumen, ja sogar im Wasser, in der ganzen ihn umgebenden Natur sah er die dafür notwendigen Heilmittel. Seine Erfahrungen hat er mit nahezu jeder Pflanze selbst machen können, manchmal auf sehr leidvolle Weise, indem er das jeweilige Symptom oder die jeweilige Erkrankung erfuhr, die dann – wenn er die richtige Pflanze gefunden hatte – wieder verschwand.

Was sollte man beim Umgang mit den Blütenessenzen beachten? Gibt es Nebenwirkungen?

Röcker: Edward Bach sagte, dass es keine Nebenwirkungen gibt – und ich habe in meiner langjährigen Praxistätigkeit auch keine festgestellt. Allerdings kann eine Blüte bzw. eine Blütenmischung einen Zustand deutlicher ins Bewusstsein rufen, der vorher verdrängt war und der wahrgenommen werden möchte. Das wird nicht immer als angenehm empfunden. Es kann aber unter Umständen zu einer anderen Blüte führen, die eine Ebene tiefer an dem Problem arbeiten kann. Es ist also wichtig, während der Einnahme einer Blütenmischung achtsam zu sein, welche Gefühle oder Gedanken und natürlich welche Symptome sich verändern.

Wie kann man mit Hilfe Ihres Kartensets die jeweils passende/n Blütenessenz/en zur Selbstbehandlung herausfinden?

Röcker: Karten sind eine gute Möglichkeit, um auf intuitive Weise zur richtigen Blüte zu finden. Hier möchte ich Edward Bach zitieren: „Alles wahre Wissen hat seinen Ursprung in unserem Inneren, erwächst aus wortloser Kommunikation mit unserem Selbst.“ Sie können eine oder mehrere Karten intuitiv auswählen; dazu sollten Sie sich allerdings Zeit nehmen und innerlich zur Ruhe kommen, um sich auf das Thema, das Sie mit Hilfe der Blüten bearbeiten möchten, innerlich einstellen zu können. Betrachten Sie dann zuerst die Blüte eine Weile und lesen Sie erst danach die Texte.

Eine andere Möglichkeit wäre, sich mit der Beschreibung der einzelnen Blüten im Begleitbuch zu beschäftigen und sich dann die passenden Karten aus dem Set auszuwählen. Auch hier sollten Sie sich Zeit nehmen, um den Text auf der Karte durchzulesen und die Blüte auf sich wirken zu lassen.

Sie können als dritte Möglichkeit eine Karte nach Ihren seelischen und körperlichen Leitsymptomen auswählen, die Sie bei jeder Blütenbeschreibung im Begleitbuch finden.

Aus den 38 Blütenessenzen kann sich jeder eine persönliche Blütenmischung erstellen – wie geht man dabei vor?

Röcker: Sie können diese selbst aus den Vorratsflaschen herstellen oder in der Apotheke mischen lassen. In ein 30-ml-Pipetten- oder Tropffläschchen kommen je vier Tropfen der Blütenessenzen (möglichst nicht mehr als fünf Blüten). Das Fläschchen dann mit Wasser (z. B. stillem Mineralwasser) zu 75 % füllen und zur besseren Haltbarkeit den Rest mit Alkohol ergänzen. Empfehlenswert ist Weinbrand, den auch die Konzentrate selbst enthalten; es sollte auf jeden Fall Alkohol mit unter 50 % Vol. sein. Für Kinder kann man auch Obstessig zur Konservierung verwenden

Große Bekanntheit haben mittlerweile die so genannten Notfalltropfen, zu Englisch „Rescue Remedy“, erlangt. Was hat es mit dieser Mischung auf sich und wofür wird sie angewendet?

Röcker: Die Notfalltropfen – der englische Name lautet „Rescue Remedy“ – sind eine fertige Mischung aus den Bachblüten Clematis, Cherry Plum, Impatiens, Rock Rose und Star of Betlehem. Diese Mischung gibt es auch in Salbenform (mit Zusatz von Crab Apple) oder als Globuli. Sie sollten Rescue Remedy immer dabei haben, sie sind wunderbare Helfer in allen Lebenslagen, z. B. in Schreck- oder Schocksituationen, bei Angst oder Panik. Sie können entweder vier Tropfen in ein Glas Wasser geben oder in akuten Situationen einen Tropfen aus der Stockbottle unter die Zunge. Wiederholen Sie die Einnahme gegebenenfalls mehrmals, bis der akute Zustand etwas abgeklungen ist. Notfalltropfen eignen sich auch im besonderen Maß für Pflanzen und Tiere: Sie können ein bis zwei Tropfen ins Wasser mischen bzw. bei Tieren ebenfalls einen Tropfen direkt einflößen oder auch einreiben.

Bachblüten-Kartenset

Bachblüten-Kartenset

Frau Sirtoli, mit Ihren wunderschönen und außergewöhnlichen Aufnahmen der Bachblüten haben Sie versucht, das „Lichtwesen“ der jeweiligen Pflanze einzufangen – wie sind Sie dabei vorgegangen und was bedeuten die Blüten Ihnen persönlich?

Sirtoli: Der Vorschlag, die Bachblüten in einem fotografischen Projekt festzuhalten, kam von Anna Röcker und löste bei mir sofort Begeisterung aus. Für diese Idee bin ich ihr sehr dankbar. Unmittelbar stellte ich mir als Leitgedanken vor, jede Bachblüte vor einem schwarzen Hintergrund zu fotografieren, um das Licht ausschließlich auf die Pflanze zu richten und ihre einzigartige Form und Ausstrahlung zu erfassen. Schwarz war für mich in diesem Kontext der Raum der ruhigen Betrachtung.

Dennoch habe ich drei Jahre gebraucht, um die 38 endgültigen Bachblüten-Portraits zu sammeln. In der Zeit habe ich viel über Pflanzenkunde gelesen und bin oft durch die Natur gewandert, um den meisten Bachblüten in der Wildnis zu begegnen, wie Edward Bach es achtzig Jahre vorher getan hatte. Jede gefundene Blüte habe ich wie ein Kind bejubelt, und ich habe verstanden, wie wichtig biologische Vielfalt ist. Das Fotografieren jeder Bachblüte war eine unvergessliche Begegnung der Offenbarung mit einem strahlenden, energetischen, schwingenden, heilenden und großzügigen Wesen. Ich bewundere den Mann, der ihre heilenden Eigenschaften entdeckt hat.

Frau Röcker, Sie übermitteln zu jeder Blüte eine Botschaft des Pflanzenwesens – wie konnten Sie zu diesem in Kontakt treten und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Röcker: Ich arbeite schon sehr viele Jahre mit den Blütenessenzen – und ich habe mein allererstes Buch vor etwa 20 Jahren über Bachblüten geschrieben. Ich fühlte mich von Anfang an Edward Bach und seiner Lehre sehr verbunden, was mich unter anderem zu einem mehrmaligen Aufenthalt in Sotwell geführt hat, wo Edward Bach seine letzten Lebensjahre verbracht hat. In den vielen Jahren meiner Praxistätigkeit habe ich unzählige positive Erfahrungen gemacht, die mir gezeigt haben, dass man mit diesen Blütenessenzen wirklich Erstaunliches bewegen kann. Aus dieser inneren Verbindung heraus sind diese Botschaften entstanden. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch fähig ist, mit diesen Pflanzenwesen in Verbindung zu treten und seine persönlichen Botschaften zu erhalten. Dazu möchte ich die Menschen mit diesem Kartenset ermuntern.

Anna Elisabeth Röcker & Raffaella Sirtoli: Heilen mit Bachblüten. Das Kartenset

Mankau Verlag, 1. Aufl. März 2013, 38 + 4 Karten (Format 80 x 120 mm), 46-seitiges Booklet, 15,95 €

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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