Doppelbelastung Familie und Beruf gilt auch für Männer

der neue Vater

Väter stehen besonders unter Druck im Job erfolgreich zu sein, aber auch als Vater nicht zu versagen © Stockbyte / Thinkstock

Der neue Vater

Berufliche und familiäre Verpflichtungen zu vereinbaren, ist nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer eine Doppelbelastung. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums fand heraus, dass die erlebte Belastung von berufstätigen Vätern genau so groß ist wie die der berufstätigen Mütter.

In den vergangenen Jahren standen hauptsächlich überforderte und gestresste berufstätige Mütter im Fokus der Aufmerksamkeit, heute rückt die Doppelbelastung für den berufstätigen Vater auch in den Mittelpunkt. Während bei den Müttern in den vergangenen acht Jahren ein Zuwachs von 30 Prozent bei den Mutter-Kind-Kuren zu verzeichnen gewesen ist, lassen sich ähnliche Zahlen bei den Vätern nicht belegen. Das liegt zum einen daran, dass es bei Vätern keine adäquaten Einrichtungen gibt und zum anderen daran, dass Väter aus Angst um den Verlust des Arbeitslatzes auch unter höchsten psychischen Belastungen weiter arbeiten.

Vaterrolle im Kontrast zu Beruf und Karriere

Die Konflikte, die Männer in der Doppelbelastung zwischen Karriere und den „Kindern ein guter Vater sein wollen“ erleben, ist einem Wertewandel in der Gesellschaft geschuldet. Männer wollen zunehmend die Möglichkeit haben, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und sie zu versorgen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Männer weniger an Beruf und Karriere interessiert sind. Außerdem hat sich der Unterschied zwischen Müttern und Vätern verringert, was den Anteil an häuslichen Arbeiten angeht, insbesondere was die Kinderbetreuung und gemeinsame Unternehmungen mit den Kindern betrifft.

Was verschärft die Doppelbelastung der Väter im Beruf? Männer reden mit ihren Arbeitskollegen nicht so gern über ihr Familienleben, um nicht als „unmännlich“ zu gelten. Außerdem haben Männer das Gefühl, sich bei ihren Vorgesetzten lächerlich zu machen und ihren Arbeitplatz zu gefährden, wenn sie mit ihren Konflikten offen umgehen, zumal der Vater in der öffentlichen Wahrnehmung eher im Kontext einer Randfigur auftrat, der seine Kinder kaum kennt und wenig mit ihnen anfangen kann.

Elterngeld stärkt die Rolle des Vaters

Dabei ist es inzwischen wissenschaftlich unstrittig, dass der Vater einen wichtigen Einfluss auf die psychische, soziale und schulische Entwicklung des Kindes ausübt. Auch der Arbeitgeber profitiert von einem zufriedenen Vater, denn die sozialen Fähigkeiten, die der Vater im Umgang mit seinen Kindern erlernt, kommen ihm in der Zusammenarbeit mit seinen Kollegen zugute. Umgekehrt sorgt ein zufriedenes Arbeitsklima für ideale familiäre Bedingungen, wo ein Klima des Vertrauens und ein kommunikativer Erziehungsstil entstehen  kann.

Letztlich profitieren auch die Mütter davon, wenn Väter ihre beruflichen und familiären Verpflichtungen besser unter einen Hut bringen können. Die Einführung des Elterngeldes auch für Väter ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Rolle der Väter zu stärken, die Mütter bei der häuslichen Arbeit zu entlasten und sie bei der Karriereplanung nicht zu stark zu behindern.

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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