Persönlichkeitstests: Erkenne, wer du bist

Der Typentest

Typentest

Typentest

Kann man Menschen in bestimmte Typen oder bestimmte Kategorien einteilen? Klassifizierungen des Temperaments und Charakters sind fast so alt wie die Menschheit selbst. Eine der ersten Überlieferung diesbezüglich geht auf den griechischen Philosophen Platon zurück. Er unterteilte die Menschen in die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft. Am bekanntesten ist die Säftelehre des griechischen Arztes Galenus, der die Menschen in Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker einteilte. Der Schweizer Arzt und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts seine damals revolutionäre Theorie über Psychologische Typen. Der MBTI® (Myer-Briggs Type Indicator®) wurde Ende der 60er Jahre von der US-Amerikanerin Isabel Myer-Briggs zusammen mit Ihrer Mutter aus Jungs Erkenntnissen entwickelt. Daraus entwickelte sich 2002 der Typentest, der mit deutschen Begriffen arbeitet.

Voraussetzungen

Der Typentest geht davon aus, dass menschliches Verhalten nicht zufällig ist, sondern bestimmten Mustern folgt, dass menschliches Verhalten klassifizierbar und bis zu einem gewissen Grad vorhersagbar ist. Es kann beschrieben werden, wie Menschen Informationen bevorzugt aufnehmen und Entscheidungen darüber treffen. Und er geht davon aus, dass menschliches Verhalten von bestimmten Neigungen und Präferenzen gesteuert wird. Wir verhalten und entscheiden so, weil wir bestimmte Präferenzen haben – andere Menschen mit anderen Präferenzen entscheiden anders. Dieses „Anderssein“ ist der Grund oder Schlüssel für misslungene oder gelungene Kommunikation, für Konflikte oder deren Lösung, für Abneigung oder Verständnis, für ineffektive handelnde Teams.

Persönlicher Nutzen

Der Typentest kann Auskunft geben bei Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Laufbahnplanung und Teambildung. Er hilft bei…

  • Schärfung der Wahrnehmung, des Bewusst-Seins und der Sinne
  • Erkennen der eigenen „Muster“ und Verhaltensweisen
  • mehr Verständnis für sich selbst
  • mehr Einfühlungsvermögen und Toleranz anderen gegenüber
  • Verbesserung der partnerschaftlichen Beziehung
  • Erkennen von persönlichen Gaben, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen
  • Erkennen des eigenen „Führungsstils“
  • Erkennen, ob sich persönliche Präferenzen und berufliche Aufgaben entsprechen
  • Laufbahn/Karriereplanung
  • Verbesserung der sozialen Kompetenzen
  • bessere und effizientere Kommunikation

Wie der Typentest funktioniert

Der Typentest funktioniert nach dem EDEL-Prinzip. Die 4 Buchstaben des EDEL-Prinzips stehen für seine 4 Ebenen. Jede dieser Ebenen beinhaltet zwei gegensätzliche Eigenschaften. Eine davon ist immer dominant.

  • 1. Energie – Extrovertiert oder Introvertiert
  • 2. Denken – Praktisch oder Theoretisch
  • 3. Entscheiden – Logisch oder Fühlend
  • 4. Leben – Geplant oder Spontan

1. Energie: Extrovertiert oder Introvertiert

E steht für Extrovertiert agieren, und bedeutet seine Energie mehr nach Außen zu richten, auf Interaktionen mit der Umgebung und anderen Personen.

I steht für Introvertiert agieren, und bedeutet seine Energie mehr nach Innen zu richten, auf sich selbst und seine Gedanken.

2. Denken: Praktisch oder Theoretisch

P steht für Praktisch denken, und bedeutet sich mehr mit Praktischen und Realistischen Dingen zu beschäftigen, sowie Informationen mehr direkt über die 5 Sinne – körperlich – wahrzunehmen.

T steht für Theoretisch denken, und bedeutet sich mehr mit Theoretischen und Imaginären Vorstellungen zu beschäftigen, sowie Informationen mehr indirekt über Intuition – geistig – wahrzunehmen.

3. Entscheiden: Logisch oder Fühlend

L steht für Logisch entscheiden, und bedeutet Entscheidungen vorwiegend nach logischen und rationalen Schlussfolgerungen, sowie dem daraus entstehenden Nutzen/Schaden zu treffen.

F steht für Fühlend entscheiden, und bedeutet Entscheidungen vorwiegend nach persönlichen, moralischen und ethischen Wertvorstellungen zu treffen, sowie danach, wie sie andere Menschen beeinflussen.

4. Leben: Geplant oder Spontan

G steht für Geplant leben, und bedeutet sein Leben und alles andere größtenteils im voraus zu planen, sowie mehr strukturiert und zielstrebig zu handeln.

S steht für Spontan leben, und bedeutet größtenteils spontan auf Ereignisse zu reagieren, sowie mehr „In den Tag hinein“ zu handeln.

16 Typen

MBTI

MBTI

Setzt man die jeweils dominante Eigenschaft jeder der 4 Ebenen hintereinander, so erhält man eine aus 4 Buchstaben bestehende Kombination. Es gibt 16 dieser Kombinationen. Das sind die 16 Typen, die noch in die 4 Grundtypen Aktionisten (streben nach „Action“), Idealisten (streben nach Selbstverwirklichung), Traditionalisten (streben nach Sicherheit und Ordnung) und Rationalisten (streben nach Wissen und Fortschritt) aufgeteilt werden können.

Hier geht’s zum TestHier geht's zum Test

Aktionisten Idealisten
EPLS=MacherEPLS=Macher ETFS= KomikerETFS= Komiker
EPFS=EntertainerEPFS=Entertainer ETFG=LehrerETFG=Lehrer
IPLS=HandwerkerIPLS=Handwerker ITFS=TräumerITFS=Träumer
IPFS=GenießerIPFS=Genießer ITFG=PsychologeITFG=Psychologe
Traditionalisten Rationalisten
EPLG=DirektorEPLG=Direktor ETLS=ErfinderETLS=Erfinder
EPFG=GastgeberEPFG=Gastgeber ETLG=KommandeurETLG=Kommandeur
IPLG= InspektorIPLG= Inspektor ITLS=DenkerITLS=Denker
IPFG=FürsorgerIPFG=Fürsorger ITLG=WissenschaftlerITLG=Wissenschaftler

Wie kommen die Profile der Typen zustande?

Der Typentest orientiert sich an den Persönlichkeitsmodellen (genannt Typologie) MBTI® und Socionics. Diese basieren jeweils auf den psychoanalytischen Erkenntnissen C.G. Jungs. Die Persönlichkeitsprofile wurden anhand von praktischen Beobachtungen zum menschlichen Verhalten, sowie psychologischen Erkenntnissen und Analysen erstellt.

Im englischen bzw. den USA gibt es hierzu dutzende Bücher, sowie hunderte Publikationen und Internetseiten. Die zu Grunde liegende Typologie wird dort seit mehr als 30 Jahren von Psychologen, Coaches, oder einfach nur Interessierten genutzt. In Deutschland dagegen ist die Typologie bisher relativ unbekannt.

Woher kommt die Typologie, und wer hat sie erfunden?

Angefangen hat alles mit dem Schweizer Arzt C. G. Jung, der Anfang des 20.ten Jahrhunderts seine Studien über psychologische Typen veröffentlichte, die auch heute noch von Bedeutung sind. Durch praktische Beobachtungen fand er heraus, das es gewisse Gemeinsamkeiten im menschlichen Verhalten gibt. Er fasste diese in 8 grundlegenden Verhaltens-Strukturen zusammen (die im wesentlichen auch den heute im Typentest verwendeten Kürzeln entsprechen).

In den 1960er Jahren wurden daraus in den USA der sogenannte MBTI®, und später in Russland das System Socionics entwickelt. Beide Systeme griffen unabhängig voneinander Jungs Erkenntnisse auf, und entwickelten daraus jeweils ein Persönlichkeitsmodell mit 16 Typen. Zwar sind Beide Systeme grundlegend kompatibel und inhaltsgleich, unterscheiden sich aber im Detail bei der Auswertung und Anwendung.

Der Typentest orientiert sich sowohl am MBTI, als auch an Socionics. Er nutzt die Vorteile beider Systeme, sowie die Erkenntnisse vieler anderer Autoren, und macht das Persönlichkeitsmodell durch eigene Ergänzungen im Deutschen verständlich.

Was ist der psychologische Hintergrund?

Der Typentest basiert darauf, dass jeder Mensch bevorzugt auf eine bestimmte Art und Weise Informationen aufnimmt und Entscheidungen trifft, z.B. Extrovertiert oder Introvertiert. Das heißt wir verhalten uns nicht chaotisch und nicht nachvollziehbar aus dem Bauch heraus, sondern es gibt bestimmte Muster, wie wir uns bevorzugt und meistens verhalten, z.B. leben manche Menschen eher Geplant, andere eher Spontan.

Jeder hat verschiedene Prioritäten in seinem Leben, seinen Entscheidungen und seinem Denken, z.B. entscheiden manche Menschen bevorzugt Logisch, andere bevorzugt nach Gefühl. Die Typen entstehen dadurch, dass jeder Mensch eine unterschiedliche Kombination dieser Prioritäten hat: z.B. denken die Einen eher bevorzugt Praktisch, und die Anderen eher Theoretisch. Von denen die Theoretisch denken, gibt es Menschen die dies bevorzugt Introvertiert tun, und Menschen die dies bevorzugt Extrovertiert tun. Dasselbe gilt für die Praktisch Denkenden.

Miteinander kombiniert bilden diese 8 verschiedenen Prioritäten jeweils eine Verhaltens-Struktur = einen von 16 Typen. z.B. jemand der seine Energie bevorzugt Extrovertiert nach außen richtet, dabei Praktisch denkt, Logisch entscheidet, und Spontan lebt. Dies wäre dann ein EPLS Macher. Jeder Mensch hat eine feste Kombination dieser Prioritäten = sein Typ. Dieser kann über den Typentest ermittelt werden. Natürlich kann der Typ auch anders ermittelt werden, z.B. durch das lesen und vergleichen der Profile, oder durch Beobachtung und Einschätzung der Prioritäten einer Person.

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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