Conny Larsson: Hinter der Maske des Clowns

Sai Baba hautnah erlebt

Conny Larsson

Conny Larsson

Conny Larsson ist einer der prominentesten Kritiker des umstrittenen indischen Gurus Sathya Sai Baba, der sich selbst für eine Reinkarnation des 1918 verstorbenen indischen Heiligen Shirdi Sai Baba hält. Nach seinem Ausstieg aus der Bewegung Anfang dieses Jahrhunderts musste der schwedische Schauspieler und spätere Psychotherapeut, der einige Jahre in Sai Babas Ashram in Indien lebte, nach eigenen Angaben nach Zypern fliehen, weil er wegen der Enthüllungen in seiner 2005 auf schwedisch und englisch erschienenen Autobiografie »Behind The Mask of the Clown« von den Anhängern Sai Babas massiven Verfolgungen ausgesetzt war.

In seiner nun auf Deutsch vorliegenden Biografie berichtet Conny Larsson von traumatischen Kindheitserlebnissen, von seinen ersten Erfolgen als Schauspieler, von seiner Zeit als Privatsekretär von Maharishi Mahesh Yogi, dem Begründer der Transzendentalen Meditation, von seiner Zeit als Hotelbesitzer und Immobilienmakler in Sri Lanka und natürlich von seiner Zeit im Ashram von Sai Baba, die 1983 mit völliger Hingabe an die Inkarnation Gottes begann und zwanzig Jahre später mit dem völligen Bruch endete. Conny Larsson bekommt von Sai Baba den Auftrag, als Leiter der Sai-Organisation in Schweden ein Therapiezentrum für Drogenabhängige und Kriminelle zu errichten. Die Therapieeinrichtung hat großen Erfolg, und immer mehr Menschen strömen nach Indien, um dort ein Privatinterview »mit Gott« bekommen zu können. Sogar Hollywood klopft an, um Conny Larssons Leben mit Sai Baba verfilmen zu lassen. Doch plötzlich kommen bei ihm Zweifel an der Göttlichkeit seines Gurus auf. Zwei Freunde haben sich umgebracht, nachdem sie Sai Baba besucht haben. Jetzt endlich entschließt Conny Larsson sich, sein Schweigen über die merkwürdigen sexuellen Praktiken des Gurus zu brechen, von denen Sai Baba behauptet, sie dienten der Erweckung der Kundalini-Energie. Auch die angeblichen Wunder durch Materialisation von heiliger Asche und Gold beschreibt Larsson überzeugend als Taschenspielertricks.

Obwohl Larsson nicht der einzige Zeuge ist, der schwere Vorwürfe gegen Sai Baba erhebt, konnten die Vorwürfe bisher nicht gerichtsfest bewiesen werden. Trotz schwerer Anklagen wegen sexuellen Missbrauchs glauben Zehntausende immer noch an die Göttlichkeit ihres Meisters, darunter auch der der ehemalige indische Premierminister Atal Bihari Vajpayee. Auch der ehemalige Präsident Indiens A. P. J. Abdul Kalam ist ein häufiger Besucher des Ashrams.

Die Übersetzung vom Schwedischen ins Deutsche ist teilweise holprig und oft unfreiwillig komisch, und der literarische Wert hält sich in Grenzen, aber als Zeitdokument ist die Biografie ungewöhnlich, informativ und spannend zu lesen. Das das Buch sonst schwer erhältlich ist, haben wir es in den Connection-Shop übernommen

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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