Interview mit Martin Bruders über das Timeless Wisdom Training bei Thomas Hübl

Tiefe und Klarheit ins Leben bringen

Martin Bruders

Martin Bruders

Am 22. September 2008 startete das erste »Timeless Wisdom Training« (TWT) mit 96 Teilnehmern. Das von dem spirituellen Lehrer  Thomas Hübl innerhalb der »Academy of Inner Science« initiierte Training ist über drei Jahre angelegt und hat zum Ziel, ihren Teilnehmern die Weisheiten der inneren Welt zu vermitteln und diese mit dem Wissen der äußeren Welt zu verbinden. Martin Bruders ist einer der Teilnehmer und zieht nach dem ersten Jahr eine Zwischenbilanz.

Wie bist du auf das TWT aufmerksam geworden?

Eine Freundin hat mich auf Thomas aufmerksam gemacht. Ich bin dann im November 2007 zu einem offenen Abend mit Ihm gegangen und war direkt sehr angetan von seiner Arbeit. Dann hörte ich von den Einführungswochenenden zu seinem Training. Eins davon, im Mai 2008, habe ich mir dann ausgesucht und bin hingefahren. Am Ende der zweieinhalb Tage haben wir uns in einen großen Kreis gesetzt und jeder sollte mitteilen, ob er im Moment am Training teilnehmen würde oder nicht. Mir klopfte das Herz bis zum Hals und ich dachte ich platze gleich – ich konnte noch nie zu etwas in meinem Leben so Ja sagen …

Was sind die Ziele des TWT?

Da würde ich unterscheiden wollen – zwischen dem, was jeder für sich als Ziel raus finden mag und dem was vielleicht als allgemeines Ziel formuliert werden kann. Für mich war es dieses deutliche Ja in mir, das den Ausschlag gegeben hat am Training teilzunehmen und weniger ein bestimmtes Ziel. Eher eine Offenheit mit dem zu gehen, was kommt und mich mit anderen Menschen gleicher Ausrichtung zusammen zu tun. Ja, und schon mehr »Tiefe«, mehr »Klarheit« in mein Leben zu bringen.

Als allgemeine Ziele des Trainings stehen für mich derzeit vielleicht am ehesten im Vordergrund, Menschen in ihrem Suchen dauerhaft und nachhaltig zu unterstützen, darin mehr Präsenz in ihren Alltag zu bringen. Jeden Einzelnen wirklich dazu zu befähigen, die ihm innewohnende Sehnsucht nach etwas Göttlichem und den Einkauf im Supermarkt bewusst miteinander in Einklang zu bringen. Für weitere Details dazu empfehle ich jedem Interessierten die Interviews mit Thomas über das Training auf der Homepage der Academy of Inner Science.

Wie kann man sich die Gruppenarbeit mit 96 Teilnehmern vorstellen, ist das überhaupt möglich?

Mit Thomas schon … Nein im Ernst: eine der herausragenden Fähigkeiten von Thomas als Leiter eines solchen Trainings ist einfach der Umgang mit großen Gruppen. Er scheint da irgendwie als Person zur Seite zu treten und die Energien des Feldes durch sich sprechen lassen zu können. Von daher ist Gruppenarbeit mit dieser großen Teilnehmerzahl in diesem Fall nicht nur möglich, sondern ein großes Plus des Trainings, weil es für mehr energetische Intensität sorgt. Für mich findet Thomas da eine sehr gute Mischung mit dem Einzelnen durch Prozesse zu gehen und die Gesamtgruppe als solche zu fördern. Außerdem macht Thomas die Arbeit ja auch nicht alleine, sondern wird von fünf Assistenten unterstützt, die jederzeit mit sehr viel Menschenliebe jedem zur Verfügung stehen.

Im ersten Jahr beschäftigt ihr euch mit der Persönlichkeitsklärung, das zweite Jahr ist der kollektiven Verantwortung gewidmet, das dritte Jahr steht für die transpersonalen Bereiche und die Frage nach der Essenz. Warum diese Reihenfolge?

Für mich macht die Reihenfolge sehr viel Sinn. Zum Einen jetzt in der direkten praktischen Erfahrung nach den ersten zehn Tagen des zweiten Jahres, wo sich unser Treffen viel mehr um die zu machenden Projekte drehte, was sich sehr stimmig mit meiner Entwicklung angefühlt hat; und zum anderen in der Theorie. Ich denke das jeder Mensch aufblüht, wenn er zu Beginn individuell gefördert wird, er mitbekommt, dass sein ureigener Beitrag ihn ausmacht und zum Gelingen des Ganzen beitragen wird. Außerdem steht für mich Persönlichkeitsklärung auch für Schattenarbeit, also der Arbeit an unseren unbewussten Anteilen, die wir meist nicht eindeutig bemerken, die aber doch unser tägliches Handeln und Denken beeinflussen. Hier habe ich bei vielen Teilnehmern nach dem ersten Jahr eine deutliche Aufhellung wahrgenommen und viel mehr Lebensfreude, neben den ganzen teils auch heftigen Prozessen, die dabei so losgetreten werden. Somit habe ich den Eindruck, dass wir alle das Projekt im zweiten Jahr schon mit einem ganz anderen Schwung angehen können, weil wir uns als Einzelner und als Gruppe von einigem alten Ballast befreit haben.

Gleichzeitig denke ich, dass es in der heutigen Zeit sehr wichtig ist eine wirklich gelebte Spiritualität in die Welt zu bringen; sprich: nicht alleine auf dem Meditationskissen daheim glücklich zu werden, sondern etwas an die Welt zurück zu geben und auf dem Marktplatz seine Errungenschaften zu überprüfen. Das entspringt für mich einfach logisch dem Gedanken, dass ich und die Welt viel stärker miteinander zusammenhängen, als wir bisher weitgehend angenommen haben.

Aufbau Timeless Wisdom Training

Aufbau Timeless Wisdom Training

Und im dritten Jahr die Frage nach der Essenz, der eigenen Anbindung zu vertiefen, ist für mich nur folgerichtig, weil es in meinen Augen darum geht, das Leben nicht mehr nur noch von unten zu leben, nur etwas zu ändern, wenn der Druck von außen unerträglich wird, sondern meine göttliche Inspiration, in alles Handeln und Denken einfließen zu lassen. Das macht einen enormen Unterschied!

Das erste Jahr des Trainings steht für die Persönlichkeitsklärung. Was hat dieses Training zu deiner Persönlichkeitsentwicklung beigetragen?

Da kann ich an das grade Gesagte anknüpfen. Ich habe bei mir den Eindruck, dass ich, neben den blinden Flecken, die da wohl auch noch sind, durch das Wegschmelzen der vielen Altlasten mein Leben mehr und mehr aus der Inspiration gestalten kann – und das fühlt sich komplett anders an. Eben: inspirierter, kraftvoller, freudiger …
Ganz persönlich bei mir glaube ich, dass ich heute wesentlich realistischer meine Fähigkeiten einschätzen kann, ich habe lange Zeit zum Understatement geneigt. Außerdem bin ich wesendlich fröhlicher und engagierter geworden.

Ein Hauptgrund für das Leiden in der Welt ist das Abgeschnittensein von der eigenen Intuition und Kreativität. Wie kommt der Mensch und damit die Menschheit als Ganzes damit wieder in Kontakt?

Am Timeless Wisdom Training teilnehmen … Das ist zumindest eine Möglichkeit. Und die Beste, die ich derzeit kenne. Aber ich denke, da muss jeder für sich das Richtige finden. Wichtig scheint mir erst einmal, überhaupt wahr zu nehmen, dass es so ist, wie du in deiner Frage sagst. Denn für genug Menschen stellt sich die Frage ja gar nicht. Und damit sind wir mittendrin in einer sehr spannenden Frage: die Frage nach den Stufen der Entwicklung. Sind wir Teil nicht nur einer äußeren Evolution in der Welt der Materie, sondern auch einer inneren Evolution des Bewusstseins? Ich würde sagen, na klar! Aber stell die Frage mal in einem vollbesetzten Hörsaal der medizinischen Fakultät … Von daher ist für mich einer der bedeutenden Schritte, vor der wir als Menschheit gerade stehen: Bewusstheit für Bewusstsein zu wecken – und dafür finde ich die Arbeit von Thomas schon ziemlich gut.

Ein wesentliches Kommunikationswerkzeug im TWT ist die transparente Kommunikation (TK). Was verstehst du darunter und wie wirkt sich das auf deine persönliche Kommunikation aus?

Ich gehe meiner Freundin furchtbar auf den Geist, das ist schon mal eine Auswirkung. Der entscheidende Unterschied von der TK zu anderen Kommunikationsschulen liegt für mich darin, dass sie die transpersonale Ebene in die Kommunikation mit einbezieht. Wichtig ist für mich, dass dies eine Weiterführung anderer Methoden darstellt, nämlich, dass Person A Person B nicht ausschließlich Empathie oder einfühlendes Verstehen entgegenbringt, sondern die Welt von B wirklich von innen erkennen kann. Thomas sagt ja immer: »Wir begegnen nicht Menschen, sondern Welten, in denen diese Menschen stattfinden.«

Das heißt jeder Mensch schafft für sich seine eigene Welt und kann bestimmte Dinge gar nicht oder nur sehr verzerrt wahrnehmen. Und in dem ich das bei meinem Kontakt berücksichtige, können alte Verhaltensmuster zu ihrer Auflösung kommen. Sonst ist es so, als würden zwei Blechdosen aneinanderscheppern und sich die »Insassen der Dosen nie wirklich von innen berühren. Wenn ich jemandem empathisch begegne, denke ich immer noch in Zwei, hier bin ich, da der andere, aber die TK hat sich zum Ziel gemacht den Raum, den A und B gemeinsam schaffen, zu beinhalten. Tja, und wenn ich mit so was jetzt jedes mal beim Kochen, Spazieren gehen oder Knutschen mit meiner Freundin anfange, dann ernte ich nicht nur Begeisterung.

Ein wesentlicher Bestandteil des Trainings ist die Verwirklichung eines Projekts während der Studienzeit. Hast du schon etwas Konkretes in Planung?

Ja – ganz konkret. Eine Performance, die Übungen aus der TK, einiges aus dem Buch von Thomas und das AQAL-Modell von Ken Wilber zum Inhalt hat. Dabei sollen die Zuschauer immer Teil des Geschehens sein und auf ganz unterschiedliche Art angesprochen werden: durch Übungen, Powerpoint, Improvisationstheater, Videoanimationen und vieles mehr. Die Show wird übrigens auch auf dem nächsten Celebrate Life Festival (2010) zu sehen sein und danach planen wir grade eine kleinere Tournee. Einfach eine lebendige Art spirituelle und integrale Themen zu präsentieren.

Du bist Komiker von Beruf. Nützt dir das TWT etwas in Hinblick auf deine berufliche Entwicklung, oder absolvierst du es nur für deine persönliche Entwicklung?

Da kann ich sehr gut an die Antwort der vorherigen Frage anknüpfen – weil bei dieser Show genau das stattfinden soll, was mir bei meinem bisherigen Job fehlt und was seit einiger Zeit ein großer Wunsch von mir ist: Meine 20 Jahre Bühnenerfahrung mit mehr Tiefe und Inhalt zu verbinden, für mich und den Betrachter; … nun, ich arbeite gerade daran.

Glaubst du, dass Humor und Spiritualität gut zusammenpassen?

Unbedingt! – die Frage ist doch eher: wie konnten wir Menschen jemals auf die Idee kommen, dass das nicht zusammen passt? Oder es sogar Zeiten gab, in denen das Lachen als »Teufelswerk« verdammt wurde, wie es sehr beeindruckend in Umberto Eccos Roman »Der Namen der Rose« dargestellt wird. Humor ist für mich dann hilfreich, wenn er mir als Betrachter einen neuen Zugang zu einem Thema verschafft und das so, dass ich über meine eigene Perspektive lachen muss. So verstanden kann Humor und die integrale Idee sehr viel miteinander zu tun haben – die Möglichkeit, die eigene Perspektive als absolut relativ zu erkennen. Und das gilt für mich natürlich auch für den Bereich der Spiritualität – Lachen kann da nur förderlich sein.

Das ist auch beim TWT zu merken. Wenn eine Gruppe so eingestimmt ist wie dort, ist es klar zu erkennen »woher ein Witz kommt«, ob er im Einklang mit allen steht oder mehr zum Schutz der eigenen Person oder gar Verletzung eines anderen genutzt wird, quasi als Ablenkungsmanöver. Das ist etwas, was besonders auch mir, mit meinem »schnellen Mundwerk«, anfangs immer wieder von der Gruppe gespiegelt worden ist. Wie schön, wenn Menschen über sich und über die Dinge, die Ihnen wichtig sind, lachen können und diese Dinge dabei trotzdem ihren inneren Wert behalten.

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Über Oliver Bartsch
Online-Journalist, Multimediaentwickler, Fachjournalist mit Schwerpunkt Psychologie, Komplementärmedizin, alternative Wohn- und Arbeitsformen, regenerative Energien, Klimawandel, Spiritualität. Gestalttherapeut

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